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Was unsere Lektoren mit Texten tun?

 

Was ihr selbst zur Überprüfung eurer Texte tun könnt:

Sucht euch Beta-Leser aus dem Umfeld. Erstmals keine Profis. Wenn sie gerne lesen und sich etwas auf Rechtschreibung/Grammatik verstehen genügt das.
Dennoch sollte ein Autor zusätzliche Hilfe für ein Lektorat suchen. Ein Lektor ist nämlich kein Freund - und das ist gut. Denn Freunden fällt es schwer, deutlich zu sagen, was am Text nicht stimmig ist.

Die Aufgabe eines Lektors besteht darin, ein Werk zu optimieren. Er ist der Feinmechaniker für Texte, entdeckt Unstimmigkeiten, verbessert sie. Das kann dem Autor zusetzen, sollte aber ein Anreiz sein, den eigenen Text aus anderer Perspektive zu sehen. Denn Autoren sind oft betriebsblind und übersehen deshalb vieles, da sie persönlich involviert sind. Deshalb passiert es, dass wichtige Dinge überlesen werden.

Doch klar: Das eigene Werk ist des Autoren "Baby". Und Eltern sehen es gar nicht gern, wenn dieses für sie perfekte "Kind" von Fremden plötzlich kritisiert wird? Umso wichtiger ist es, zu verstehen, dass es um ein gemeinsames Ziel geht.

 

Weitere Probleme macht auch unser Kopf:

Oft  überlesen wir Fehler, da unser Gehirn so konstruiert wurde, Falsches automatisch für unsere Augen zu korrigiern.

Ein Beispiel: Wer hat den fehlenden Buchstaben im Wort "korrigieren" im Satz über diesem sofort entdeckt?  :-)

Da erkennt man erst, wie viel Konzentration und Arbeit, es eben beiden Seiten abverlangt, um gründlich sein zu können. Und natürlich sind auch wir nicht vor Fehlern gefeit, auch wir übersehen mal was.

 

Folgendes sollte daher immer im Auge behalten werden:
1. Autoren sind Menschen

2. Lektoren sind Menschen

3. irren ist menschlich

4. denn wir sind alle nicht perfekt.


100%ige Fehlervermeidung kann niemand garantieren, doch versuchen kann man es zumindest.


Jetzt zu unserer Tätigkeit: Unser Team arbeitet in mehreren Durchgängen.

 

1. Durchgang:
Prüfung, ob der Inhalt des Textes ausgewogen ist.

Bedeutet: Zieht sich der Spannungsbogen ausgewogen durch die Storyline? Ist die Handlung logisch? Stimmt das Timing? Handeln die Figuren immer so, wie es zu ihnen passt?

Beispiele Logik/Timing:

Frage: Ein kurzer Dialog mitten in der Nacht - kann da die Morgendämmerung hereinbrechen?
Antwort: Nein - kurze Dialoge in der Nacht, können natürlich nicht bis zum Morgen andauern.

Frage: Wenn derselbe Weg vom Haus in den Wald, einmal zehn Minuten dauert, kann er dann beim nächsten Mal plötzlich dreißig Minuten dauern?

Antwort: Nein - natürlich nicht.  Außer dem Protagonisten passiert plötzlich etwas weltbewegendes auf seinem Weg von A nach B. Ansonsten kann der Weg nicht plötzlich 30 Minuten statt 10 Minuten dauern.

 

Beispiele Spannungsbogen und das Handeln der Figuren:

Frage: Welche Version der folgenden Szene, stellt die Reaktion der handelnden Figuren am natürlichsten, passend und spannendsten da?


01: "Psst, bitte leise reden", wisperte sie ihrer Freundin zu. "Er ist in letzter Zeit immer so wütend und schrecklich aufbrausend. Ich weiß nicht warum er derzeit so drauf ist, doch manchmal krieg ich richtig Angst. Deswegen kann ich es ihm einfach noch nicht sagen."

Da stand ihr Mann auch schon in der Küche und musterte sie eingehend. "Na, verheimlichst Du mir schon wieder etwas, oder warum genau flüstert Du mit deiner Freundin?, wollte er sofort wissen.

Die beiden Frauen warfen sich einen kurzen Blick zu."Ähm ..., nein mein Liebling. Du weißt doch, dass ich Dir nie etwas verheimlichen würde", antwortete seine Frau schnell.

"Na dann ist's ja gut", schon verließ er die Küche auch wieder.

 

02: "Psst, bitte leise reden", wisperte sie ihrer Freundin zu. "Er ist in letzter Zeit immer so wütend und schrecklich aufbrausend. Ich weiß nicht warum er derzeit so drauf ist, doch manchmal krieg ich richtig Angst. Deswegen kann ich es ihm einfach noch nicht sagen."

Da stand ihr Mann auch schon in der Küche und musterte sie misstrauisch. "Warum genau flüstert Du mit deiner Freundin? Was verheimlichst Du mir?, verlangte er schroff zu wissen.

Die beiden Frauen warfen sich einen ertappten Blick zu. "Ähm ..., nicht doch, Liebling. Ich würde Dir nie etwas verheimlichen", doch die angespannte Antwort kam einen Tick zu schnell. Verunsichert behielt sie ihren Mann  im Blick.

"Na gut, dann eben nicht", kam da von ihm gepresst, ehe er sich scheinbar wieder zum Gehen wandte.

Sie atmete schon erleichtert durch, da wirbelte er plötzlich ruckartig herum, schritt bedrohlich auf sie zu, packte sie grob am Arm und baute sich vor ihr auf.

"Hör endlich auf mir immerzu ins Gesicht zu lügen!", brüllte er da. "Du hast doch ständig Geheimnisse vor mir!"

 

Antwort / Erläuterungen:

In der ersten Szene regiert ER definitiv nicht, wie ein typisch aufbrausender oder sonderlich wütender Mann. Genau das hat SIE ihrer Freundin jedoch gerade über ihn erzählt, flüsternd, also aus Angst, er könne sie sonst hören.
Da sich aber nichts ihrer Worte, weder im Verhalten noch Ton ihres Mannes widerspiegelt, erscheint SIE  nicht mehr vertrauenswürdig. Auch der Spannungsbogen zwischen SEINEM "Eintreffen in der Küche, bis zum Abgang" fällt dementsprechend flach  aus und ganz schnell wieder ab. Der Höhepunkt fehlt.

In der zweiten Szene hingegen, reagiert ER genau so, wie SIE ihn ihrer Freundin beschrieben hat. Was ihre ehrliche Skepsis und ihr Verhalten nochmal verdeutlicht und verständlich macht.
An der etwas anderen Art, wie sie ihm antwortet, spürt der Leser auch ihre Anspannung. Bis dann wirklich SEINE "aufbrausende Reaktion" folgt. Hier wird der Spannungsbogen nur kurz "aufgelockert" , ehe sich diese Erleichterung auch schon wieder verflüchtigt, während sich die Szene ihrem Höhepunkt nähert.

2. Durchgang:
Satzbau (abwechslungsreich, fehlerfrei, verschachtelte Sätze), Füllwörter, Verdoppelungen, Häufungen von Adjektiven oder/und Adverbien. Nicht passende Behörden- oder Sachbuchsprache. Richtige Anwendung der Erzähler-Perspektiven, Fehlende Übergänge, menschliche Logik und Spannung. Lebendigkeit der Protagonisten, Spannungsbogen und Dramaturgie-Kurven. Richtige Anwendung der Zeitformen. Aktive oder passive Satzbildung / Wann passt Ersteres, wann Letzteres besser.

Und natürlich ... 
* Rechtschreibung und Zeichensetzung.

–––––––––

 

Ein paar Erklärungen und Beispiele auch hierzu.
Verschachtelte, lange SätzeLange Sätze erschweren dem Leser, den Sinn rasch zu erfassen. Besonders dann, wenn mehrere Nebensätze aneinandergereiht werden. Oftmals lassen sich viele Informationen in zwei, drei kurzen Sätzen wiedergeben und runden die Erzählung sogar ab.

Füllwörter:  Worte, die man streichen kann, ohne dass der Satz seinen Sinn verliert. Es gibt keine fixe Regel.

  • Unser Tipp: Der Autor kann selber ausprobieren, wie sich der Text verändert, wenn er probeweise versucht ein paar Füllwörter zu streichen.

Mutmaßliche-Füllworte, die den Text verständlicher und straffer, klarer und lesefreundlicher, spannender oder natürlicher gestalten, machen hingegen immer Sinn. Alle anderen gehören weg.

Beispiele Füllwörter:
Sie beharrte sozusagen auf ihrer Meinung, indem sie heftig aufbegehrte.
Er schlug vor, dass man doch ins Kino gehen könnte. 

Oder statt: In Erwägung ziehen – einfach nur erwägen

Statt: Dem Bedauern Ausdruck verleihen – einfach entschuldigen verwenden.

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Verdoppelungen: ... sind unangenehm, weil sie die Texte unnötig aufblähen.

Beispiele, Verdoppelungen:
Der schwarze Rappe - das Wort "Rappe", beinhaltet bereits 'schwarz'
Kleine Maus - eine Maus ist für gewöhnlich schon "klein" 
Das scharfe Messer - das Wort "Messer" als Waffe oder Hack- bzw. Schneidewerkzeug in der Küche, beschreibt das Ding im Ganzen. Also mit Griff samt Klinge. Es kann schlampig, billig oder edel verarbeitet, alt, neu oder besonders sauber bzw. als Ganzes verdreckt sein. Ist dieses allerdings als Ganzes scharf wäre das sowohl für einen mutmaßlichen Angreifer, als auch für die Küchenfee beim Kochen eher unvorteilhaft.

Die scharfe- oder stumpfe bzw. spitz zulaufende "Klinge", eines Messers, anstatt einfach nur "Messer", ist wieder etwas ganz anderes.

leise flüstern- "Flüstern" ist immer leise - also entfällt auch das. 

 

* Satzbeispiele:
»Der rotbraun gemusterte Hengst wieherte laut, anhaltend und lange – es war ein wunderschönes, ansehnliches Tier mit vielen großen und kleinen, auf ihm verteilten Flecken.« 

Besser: Der rotbraune Schecke wieherte laut und anhaltend. Er war ein schönes Tier.

Die dunkle Nacht verschlang alles.

Besser: Die Nacht verschlang alles. Denn erfahrungsgemäß ist die Nacht dunkel, also genügt das.

 

* Beispiele Handlungsverstärkend:

Die stürmische Nacht – die unheilvolle Nacht ... usw. DAS ist in Ordnung, bläht den Satz nicht unnötig auf, sondern erzeugt Spannung.

 

* Adjektive und Adverbien

Hier der Unterschied: Ein Adverb beschreibt die Art und Weise, wie etwas getan wird näher. Ein Adjektiv bezieht sich auf das Subjekt eines Satzes und schreibt ihm eine Eigenschaft zu.

–––––––––

* Aktive und passive Sätze:
Aktiv formulierte Sätze wirken direkt auf den Leser/Protagonisten ein. Der Leser erlebt sozusagen die "Emotion des Protagonisten selbst mit" der gerade handelt oder etwas bestimmtes fühlt.
 Passiv formulierte Sätze hingegen, beschreiben nur, wie etwas auf einen Protagonisten wirkt. Beziehen den Leser allerdings nie als ihm "Gleichgesteller" mit ein. Deshalb lösen solche Sätze oft keine "direkte, emotionale Reaktion" im Leser-Verhältnis zum Protagonisten aus.

 

Hier ein erotisches Beispiel:
 Passiv: "Er spürte den warmen Schauer, als seine Augen die sanfte Rundung ihrer Brüste unter der nachlässig geknöpften Bluse wahrnahmen."
 Aktiv: "Er erschauderte warm, als seine Augen über die sanfte Rundung ihrer Brüste, unter der nachlässig geknöpften Bluse glitten.

 

Noch ein Beispiel:
 Passiv: "Er spürte den heftigen Sturm, der ihm plötzlich um die Ohren schlug, als er den Strand entlang lief. Es fiel ihm bald schwer, sich noch auf den Beinen zu halten.
 Aktiv: "Heftig schlug ihm der Sturm um die Ohren, als er den Strand entlang lief. Nur schwer hielt er sich noch auf den Beinen ."

 

Warum sollte man das Passiv vermeiden?
 Sieht man sich die Beispiel-Sätze an, erkennt man schnell, das Passivsätze fast immer länger sind, da man sie mit „(zu)werden“
oder „(zu)sein“ bildet. 
Außerdem sind sie in nicht ganz so kurzen Beispiel-Sätzen auch wesentlich komplizierter zu verstehen. Der Leser hat mehr Mühe, dem Sinn des Satzes zu folgen.
Passivsätze sind zudem unbestimmter und unpersönlich. Oft wird derjenige, der etwas tut, nicht genannt. Dies kann als besonderes Stilmittel absichtlich eingesetzt werden, um zum Beispiel einen Täter zu verschleiern, ansonsten sollte man solche Formulierungen jedoch vermeiden. Passiva stellen kein wirkliches Geschehen im Geschehen dar, sie wirken distanziert und unsicher. Als fürchtete sich der Autor selbst davor Gefühle oder bestimmte Handlungen beim Namen zu nennen.
–––––––––

"Es wird erzählt, dass die Vampire angegriffen worden sind."

* Wer hat die Vampire angegriffen?

* Wer erzählt von diesem Ereignis?

Genau das ist es, was der Leser erfahren und fühlen will. Diese Spannung, diesen Konflikt?
–––––––––

"Eine rasche Rücknahme kann von Maria nicht erwartet werden."

Wie jetzt?
Kann Maria eine rasche Rücknahme nicht erwarten?
Oder kann man von Maria nicht erwarten, dass sie etwas rasch zurücknimmt?

Hier stiftet die Schreibweise im Passiv sogar Verwirrung beim Leser.


3. Durchgang

Schließlich und endlich wird erneut alles überlesen, der Text durch ein Korrekturprogramm gejagt und nach Absprache mit dem Autor abgeschlossen.


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